Textilhanddruck Fromholzer Wallach

 

Wallach - ein Synonym für Volkskunst und Tracht

 

Im Jahre 1900 gründete Julius Wallach zusammen mit seinem Bruder Moritz in München ein Volkstrachtengeschäft. Beide waren nicht nur außerordentlich tüchtige Geschäftsleute, sondern auch leidenschaftliche Sammler alter Volkskunst. Bei ihren Reisen durch Europa achteten sie vor allem auf die bodenständigen Volkstrachten, Original-Kostüme waren ihre wertvollen Mitbringsel.

Sehr schnell waren sie die anerkannten Fachleute auf dem Gebiet der Volkstracht, sie waren Kostümausstatter der Hofbühnen und machten Dirndl salonfähig. Der Firmenname "Wallach" war bald in aller Munde, "beim Wallach" deckten sich Adelige, Künstler und Industrielle mit Trachtenkleidung, Stoffen und volkskundlichem Mobiliar ein.

 

Mit dem Verkauf der kunstgewerblichen Artikel erhielten alte Handwerksbetriebe, wie Handweber und Blaudrucker, neue Aufmerksamkeit und neuen Absatz. Das Haus Wallach stand für bayerische Volkskunst. Schon vor dem Ersten Weltkrieg war

Julius Wallach auch auf die Textilhanddruckerei Fromholzer in Ruhmannsfelden

gestoßen, die Geschäftsbücher dort weisen beträchtliche Lieferungen nach 

München aus, ein Sommerurlaub im Bayerischen Wald begründet eine

Freundschaft zwischen den Familien.

Doch 1919 kaufen die Wallach-Brüder in Dachau eine Fabrik auf und errichten die "Wallach Werkstätten AG" mit Handweberei, Färberei und Textildruckerei. Neben die überlieferten Model mit den alten Mustern treten neue künstlerische Entwürfe. So entsteht ein eigener Stil, der die Wallach-Stoffdrucke prägt und weitum bekannt macht.

 

Die schwierigen Jahre der Inflation und Weltwirtschaftskrise übersteht die Firma

Wallach mitsamt der Textildruckerei, nicht aber die mörderische Rassenpolitik des

Nationalsozialismus. Der Geschäftsgedanke passt in die Ideologie, aber die Geschäftsinhaber werden verfolgt. Julius Wallach und sein Bruder Moritz, zuletzt

Alleineigentümer des "Wallach-Hauses", können fliehen, nicht aber der jüngere

Bruder Max, der technische Leiter der Dachauer Wallach-Werke, und seine Frau

Melly; sie werden in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert und

ermordet.

 

Moritz Wallach konnte in den U.S.A. wieder einen Betrieb aufbauen, das

"Handcraft Studio" in Lime Rock, Connecticut. Die Fabrik in Dachau und das

Ladengeschäft in München erhielt er 1948 zurück, er überließ sie aber einem tüchtigen Geschäftsführer, nach Deutschland zurückkehren wollte er nicht.

 

Unter Max Sedlmayer (1909 - 1995) blieb das "Wallach" Haus für Volkskunst und Tracht" in der Residenzstraße ein fester Begriff im Münchner Geschäftsleben, ein Synonym für das Verkaufsprogramm: handgedruckte und handgewebte Stoffe für Dirndl und Inneneinrichtung sowie Bauernmöbel und bäuerlichen Hausrat.

1986 ging die Wallach KG in den Besitz der Firma Loden Frey über, die Stoffdruckerei in Dachau hatte ihren Betrieb schon vorher eingestellt, der weltbekannte Laden in der Residenzstraße 3 schloss im Dezember 2004. Die verbliebenen Schablonen aber mit einem erheblichen Teil der bekannten und beliebten Wallach-Muster gelangten im Laufe dieser Jahre nach Ruhmannsfelden; sie sind der Textilhanddruckerei Fromholzer zur Verwendung überlassen worden. So sehr auch das Wallach-Haus in München als Ort für gepflegten Einkauf vermisst wird, die legendären Wallach-Textilhanddrucke sind in Ruhmannsfelden im Bayerischen Wald weiterhin erhältlich und lieferbar.

 

 

 Wallach Motive

 

 

 

Textilhanddruckerei J. Fromholzer    info@textilhanddruck-fromholzer-wallach.com