Textilhanddruck Fromholzer Wallach

 

Familie Fromholzer - eines der ältesten Färbergeschlechter in Ostbayern

Der Ahnherr, Gottfried Fromholzer, erscheint im Jahre 1648 in den Matrikeln der Pfarrei Vilshofen an der Donau als Bürger und Schwarzfärber und wird als "kunstreicher Meister" bezeichnet.

 

Sein Sohn Theo Gottlieb, geb. 1682, Färber aus Vilshofen, heiratet 1706 die

Färberswitwe Anna Maria Puchner in Straubing und führt diese Färberei weiter.

 

Dessen Sohn Franz Xaver, geb. 1741, heiratet 1763 die Färberswitwe Maria Anna Kugler aus Straubing.

 

Alois Fromholzer, geb. 1799, erwirbt 1821 von Monika Kirchbacher das Färberanwesen in Ruhmannsfelden im Bayerischen Wald. In einer Mittelgebirgsregion, in der seit alten Zeiten Flachsanbau und Leinenweberei betrieben wurden, hatte auch diese Färberei eine lange Tradition; sie ist schon für

das Jahr 1584 bezeugt.

 

Alois Fromholzer hatte zwei Söhne, Alois (geb. 1822) und Joseph (geb. 1824).

Beide wurden Färber. Der ältere Sohn Alois übernahm 1849 das elterliche Färberwesen und führte es zur Blüte.Mehrere Jahre war er Bürgermeister seiner Marktgemeinde. Vier seiner Kinder wanderten nach Amerika aus.

 

Alois Fromholzer, geb. 1853, übernahm das Anwesen 1880 nach dem Tod seines Vaters. Er überlebte die Folgen der industriellen Revolution, die auch vor dem Bayerischen Wald nicht Halt machte, zwei Brände, von denen einer wertvolle

Muster erfasste. Als er mit dem Gedanken einer Auswanderung spielte, schrieb ihm

der Bruder aus Springville, Erie Co., NY (USA): "Freilich hat dieses Handwerk beim

Wechsel der Zeit seinen goldenen Boden verloren, aber es ist immerhin einträglich

genug, um bei mäßigen Ansprüchen sein Fortkommen zu finden. Hier weiß man vom Färberhandwerk gar nichts. Jede Hausfrau ist selbst Färberin und in der Apotheke holt sie die Farben und das Rezept."

 

Alois Fromholzer, geb. 1902, trat nach dem Tod des Vaters 1923  das Erbe an. In den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg und in der Inflationszeit war die zum Anwesen gehörige Landwirtschaft eine wesentliche Stütze. Ihm gelang es die

alten Geschäftsbeziehungen aufrecht zu erhalten und zum überlieferten Blaudruck

hinzu die neue Methode des Indanthren-Farbendrucks aufzunehmen, die er als

Volontär bei der BASF in Ludwigshafen kennen gelernt hatte. Als er 1943 starb,

hatten seine beiden ältesten Söhne, Alois und Josef, gerade die Färberlehre erfolgreich abgeschlossen.

 

Nach Kriegsende haben sie gemeinsam den Betrieb weitergeführt. Als Josef Fromholzer im Jahre 1959 die Färberei übernahm und in der benachbarten Kreisstadt Regen eine Chemische Reinigung aufbaute, blieb der älteste Bruder Alois (bis zu seinem Tod am 23.4.2008) an seiner Seite. Ihm verdanken wir zahlreiche handgeschnitzte Model, z. B. der große Gockel oder Krippe Alois. Auch ihr

jüngerer Bruder Franz Xaver, ebenso Färbermeister (gest. am 11.12.2002),

unterstützte sie.

In fünfter Generation ist damit der Betrieb in brüderlicher Zusammenarbeit erheblich erweitert worden.

- Der Bestand an Druckstöcken ("Model") wurde durch Ankauf aus alten Werkstätten in ganz Ostbayern (von Passau bis Weiden und Mainburg bis Oberviechtach) erheblich vergrößert.

- Neben dem Handmodeldruck wurde der Filmdruck mit Schablonen eingeführt. Zu den überlieferten alten bäuerlichen Mustern kamen neue Entwürfe bedeutender Künstler (wie Georg Achtelstetter, Hans Mauder, Paul Ernst Rattelmüller, Oskar von Zaborsky-Wahlstätten). Insbesondere steht ein erheblicher Teil der Muster der Firma Wallach zur Verfügung.

- An die Stelle des Reservedrucks ("Blaudrucks") ist aus ökologischen Gründen der Ätzdruck getreten, bedruckt wird vorwiegend Leinen oder Halbleinen, nach handwerklicher Tradition mit höchsten Ansprüchen an Echtheit.

 

 

 

Fromholzer Motive

 

 

 

 

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